Männersterblichkeit

Männer sterben früher

Fast überall auf der Welt gibt es dasselbe Phänomen: Frauen leben im Durchschnitt länger als Männer. Am größten ist der Unterschied in Russland. Dort überlebt das so genannte "schwache Geschlecht" die Männer um stolze zehn Jahre. In Frankreich sind es acht, in Japan sieben und in Deutschland immerhin noch sechs Jahre. In nur acht Ländern der Welt haben die Männer eine höhere Lebenserwartung.
Fünf gute Gründe

Dank einer Klosterstudie und einer vergleichbaren Untersuchung in Frankreich sind sich die Fachleuten inzwischen einig: für den größten Teil der unterschiedlichen Lebenserwartung der Geschlechter sind die verhaltens- und umweltbedingten Faktoren verantwortlich. Unter diesen lassen sich fünf Hauptgründe finden, warum Männer außerhalb der Klöster früher sterben:

a) Der wichtigste Faktor: Mönche rauchen viel seltener als Männer außerhalb der Klöster und trinken auch sehr viel weniger Alkohol. So beängstigend das klingt - der Durchschnittsmann raucht und trinkt sich um sein Leben.

b) Das Tier im Manne. Das "starke Geschlecht" setzt sich mit Vorliebe und besonders gern hohen Risiken aus. Egal ob beim Auto fahren, beim Sport oder bei der Berufswahl: Männer setzen sich viel häufiger Gefahren aus als Frauen – und natürlich auch als Mönche.

c) Pommes, Currywurst und Schokolade – Männer ernähren sich im Allgemeinen mächtig ungesund. Die meisten essen zu viel und auch viel zu fett. Fast zwei Drittel aller Männer haben mit mehr oder weniger Übergewicht zu kämpfen. Mönche hingegen sind gehalten, sich beim Essen zu mäßigen, und werden aus Klosterküchen verköstigt, in denen auf ausgewogene Ernährung geachtet wird.

d) Der gesellschaftliche Stress spielt eine wesentliche Rolle. Mönche leben ihr Leben in festen sozialen Strukturen. Andere Männer dagegen kämpfen eigentlich ständig um ihren beruflichen und sozialen Aufstieg - das verschleißt.

e) Auch das Leben in einer Familie bringt eine Menge Stress mit sich. Mönche müssen sich keine Sorgen um die Finanzierung einer Familie machen, müssen keine Energie in die Erziehung von Kindern stecken und bleiben von Beziehungskonflikten verschont.
Quelle: Quarks & Co, WDR Fernsehen


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